Wiesn bekanntschaften wiederfinden

Trotz seiner erhöhten Lebensstimmung vermeidet Goethe in Italien alle subjektive Spiegelung der Dinge im eigenen Gemüt.

Die Idee der "Wiedergeburt", eines "neuen Lebens" ist geradezu das Leitmotiv des dreißig Jahre später entstandenen, auf Briefe und Tagebuchnotizen gestützten autobiographischen Berichts über die (1816/17).Jene Äußerung stellt - aus dem Abstand von vier Jahrzehnten - eine Mythisierung des Italienerlebnisses dar, das nicht nur die persönliche "Wiedergeburt" des lange sich selbst entfremdeten Künstlers Goethe bedeutet, sondern auch in einem überindividuellen Sinne die "Renaissance" des Antiken als des zeitlos gültigen ästhetischen Paradigmas - eben des "Klassischen", das nun dezidiert, wenn auch unausgesprochen, gegen die zeitgenössische romantische Bewegung ausgespielt wird.a, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! kostenlose partnervermittlung Oberhausen [...] Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt.Auf ihr beruht, was Goethe in seinem Aufsatz , den er 1789 in Wielands "Teutschem Merkur" als eine Art Konzentrat seiner in Italien gewonnenen Kunstanschauungen veröffentlichen wird, nunmehr "Stil" nennt - im Unterschied zur Subjektivität der "Manier" und zur "gleichsam im Vorhofe des Stils" arbeitenden "einfachen Nachahmung".Die während der Italienischen Reise sich herausbildende Kunstanschauung Goethes ist unablösbar mit zwei Namen verbunden: Winckelmann - mit dem er zwar schon durch Oeser in Leipzig bekannt geworden ist, dessen Schriften er jedoch erst in Italien systematisch studiert – und Andrea Palladio, dessen klassizistische Baukunst das zentrale künstlerische Erlebnis seiner Italienreise ist.

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das Gebildete und Hervorgebrachte nicht nach dem Effekt, den es auf uns macht, sondern nach seinem innern Werte zu beurteilen" (an Herzogin Louise, 23. Für dieses Vermögen, "alle Dinge wie sie sind zu sehen", hat Goethe in der unterscheide sich von anderen Reiseberichten dadurch, daß er "nirgends die Dinge mit seiner Gemütsstimmung koloriert und uns Land und Menschen schildert, in den wahren Umrissen und wahren Farben, womit sie Gott umkleidet". "Nun ist mir Baukunst und Bildhauerkunst und Malerei wie Mineralogie, Botanik und Zoologie." Solche und ähnliche Äußerungen kehren in den Briefen aus Italien regelmäßig wieder.Ihre großartigste Formulierung hat die ihnen zugrundeliegende Einsicht im (6.Obwohl Goethe in Italien vieles nicht sehen und würdigen wollte, was in seinen neuen ästhetischen Horizont nicht paßte, hat ihm doch die Faszination der Renaissancekunst, der reinen und bestimmten Form nicht grundsätzlich den Blick auf die Gegenwelten derselben verstellt – in der Kunst (das zeigt die Faszination durch die Tempel in Paestum und Michelangelos ) wie in der Realität.So wie er den Neapolitaner, der ständig in dem "ungeheuren Gegensatz" des "Schönen" der Landschaft und des "Schrecklichen" der Vulkanausbrüche leben muß, als einen Menschen charakterisiert, der "sich zwischen Gott und Satan eingeklemmt" fühlt, so hat auch Goethe durchaus die Spannung zwischen "Paradies" und "Hölle" auszuhalten versucht, wie das Leitmotiv des Vulkanischen in der spüren läßt.Von einer Badereise nach Karlsbad bricht Goethe am Morgen des 3.

September 1786 nach Absprache mit dem Herzog heimlich gen Italien auf - ein großes Paket mit seinen unvollendeten Werken im Gepäck.

Ende März setzt er mit einem Schiff nach Sizilien über.

Im Juni kehrt er für ein fast volles Jahr nach Rom zurück.

Verona, Vicenza und Venedig sind die Hauptstationen, bis er schließlich das eigentliche Ziel: Rom erreicht. Dann – im Februar 1787 – entschließt er sich zur Reise in den Süden Italiens.

Vier Wochen hält er sich in Neapel auf und besteigt mehrmals den Vesuv.

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